Gottesdienste in den Kirchen über die Feiertage müssen Corona bedingt abgesagt werden!

Frost im Winter

Mit dem Erreichen einer 7-Tage-Inzidenz von 300 Infizierten auf 100.000 Einwohner im Landkreis Calw musste von den Verantwortlichen auf dem Hintergrund der landeskirchlichen Vorgaben entschieden werden, dass über die Weihnachtsfeiertage und voraussichtlich auch über den Jahreswechsel alle Präsenzgottesdienste und andere kirchliche Versammlungen in Gebäuden und unter freiem Himmel unterbleiben müssen. Sie werden deshalb schweren Herzens abgesagt.

Den Kirchen ist aufgrund der Religionsfreiheit in Deutschland das Feiern von Gottesdiensten nicht untersagt worden. Gleichwohl halten die Verantwortlichen in Landeskirche und Kirchenbezirk es angesichts der gegenwärtigen und deutlich veränderten Lage trotz der bisher bewährten Schutzkonzepte für ein Gebot der Vernunft, auf Versammlungen von Menschen möglichst zu verzichten, um Menschen nicht zu gefährden. Darin erkennen sie zu diesem Weihnachtsfest ihren Auftrag, der Liebe Gottes zu den Menschen zu entsprechen.

Zu keiner anderen Zeit im Jahr nehmen Menschen das Angebot, Gottesdienste zu feiern, so gerne und in so großer Zahl wahr wie zum Weihnachtsfest. Vor diesem Hintergrund haben die Verantwortlichen im Kirchenbezirk Calw-Nagold in den letzten Tagen intensiv darüber beraten, ob und wie Gottesdienste an den Feiertagen stattfinden können.

Die von Bundesregierung und Landesregierungen getroffenen Entscheidungen, das öffentliche und auch das private Leben in Deutschland sehr weitgehend einzuschränken, sind vor dem Hintergrund einer dynamischen Entwicklung der Corona-Pandemie erfolgt. Die sehr hohen Infektionszahlen insbesondere auch im Landkries Calw zeigen, dass die Pandemie derzeit außer Kontrolle ist.

Im medizinischen Bereich, insbesondere auf den Intensivstationen aber auch in den Pflegeheimen, führt die weiterhin steigende Zahl von Patienten vielerorts zu massiven Problemen und an die Grenzen des Leistbaren. Angesichts dessen ist der Kern aller Maßnahmen, Kontakte und Begegnungen von Menschen massiv zu reduzieren und, wo immer möglich, darauf zu verzichten.

Dekan Erich Hartmann dankt den vielen Haupt- und Ehrenamtlichen, die in den letzten Wochen mit sehr hohem Einsatz Gottesdienste in neuen Formaten und mit sehr aufwändigen Konzepten vorbereitet haben. Gerade mit Blick auf ihr Engagement ist die Entscheidung zusätzlich schwer geworden. Viele Gemeinden bieten Gottesdienste im Internet an (siehe unten) Darüber hinaus können Gottesdienste im Fernsehen und in den Programmen des Rundfunks mitgefeiert werden.

Vielerorts werden Kirchen als Orte der Stille und des Gebets geöffnet sein.

Die Pfarrerinnen und Pfarrer des Kirchenbezirks sind erreichbar für Menschen, die einsam sind und ein Gespräch am Telefon wünschen.

Auch wenn die Gottesdienste nicht als Präsenzgottesdienste gefeiert werden können: Weil Gott in die Welt und zu den Menschen kommt, wird es Weihnachten – auch in diesem Jahr!